When we dream, we enter a world that belongs to us entirely.
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Warum schreibe ich?

Die erste Frage müsste eigentlich laute „wie bin ich zum Schreiben gekommen?“ Aber auch diese lässt sich nicht so einfach und pauschal beantworten. Wo fang ich da eigentlich an?

 

Ich habe damals, zu Schulzeiten, mit meiner besten Freundin Briefbücher geschrieben. Das waren so DIN A5 große Schreibbücher, in denen man dann abwechselnd Briefe geschrieben hat. Ich weiß nicht mehr genau, aber wir sind in den 4 Jahren unserer absolut großartigen Freundschaft auf 7 oder 8 Bücher gekommen. Auch während des Unterrichts wurden manchmal Streitigkeiten via Briefbuch ausgetragen. Gott, ich erinnere mich noch genau, wie ich unbedingt den Text zu „Back for good“ von TakeThat haben wollte und ich ihn fein säuberlich aufgeschrieben in dem Buch wieder gefunden habe. Seit dem habe ich den Text immer und überall richtig(!) mitgesungen.

Damals war es aber vielmehr jugendliches Geschreibsel über blöde Jungs oder schwierige Eltern und Schulprobleme. Nichts wirklich Tiefgründiges. Ich habe auch immer mal wieder angefangen Tagebuch zu schreiben, hatte dann aber zu lange Pausen drin, so dass ich es dann nach einem Monat hab sein lassen. Es gab auch schon mal Gedichte und Träume von irgendwelchen Boy-Bands, die ich festhalten wollte. Meine längste Geschichte war mal mit den „Hinterstraßen“-Jungs (ins Deutsche übersetzt) aus Florida und umfasste damals über 140 DIN A4 Seiten. In irgendeiner Kiste werde ich die ersten 10 handgeschriebenen Seiten bestimmt auch noch finden. Nach der Datei müsste ich mal suchen, glaube aber dass die nicht mehr existiert, da der Rechner samt der Festplatte unbrauchbar geworden war.

 

Am 14. Juli 2011 habe ich mit dem Tagebuch schreiben wieder angefangen. Ich habe nicht immer konsequent jeden Tag geschrieben aber ich habe alles, wirklich alles, festgehalten was mir bis zum 22. Januar 2013 passiert ist. Emails, die ich mit meinem Cousin in Österreich geschrieben habe, Einladungen, Konzerttickets und sämtliche in Worte gefasste Gefühle finden sich in zwei Tagebüchern wieder. Viele fragen sich, woher ich bloß die Zeit dazu habe. Die Antwort ist aber ganz simpel: Ich nehme mir die Zeit einfach. Sei es die halbe Stunde vor dem Zubettgehen oder mal beim Essen nebenbei. Es ging immer irgendwie. Manchmal habe ich die ellenlangen Emails an meinen Cousin auch nur ausgedruckt, denn dort stand das meiste dann ja auch drin. Ich bin auch nicht der Typ Mensch, der wirklich ständig unter Strom steht oder am Wochenende immer was unternehmen muss. Da hat man dann auch einfach genügend Freizeit zum Schreiben.

 

Lasst mich wissen, warum ihr schreibt?

Gibt es unter Euch einige, die wirklich handgeschriebene Briefe verfassen?

Lacrima d’angelo hat ihre ganz eigene Geschichte. Was ganz wenige wissen, ist, dass die Geschichte ganz zu Anfang „Vampireangel“ hieß.

Im Januar 2009 hatte ich angefangen, steckte da aber in der Endphase meines Studiums und habe nach den ersten zwei Kapiteln aufgehört bzw. unterbrochen. Im September versank ich dann wieder ganz in dieser Welt. Bis Februar 2011 ging meine „Therapie“, wie ich heute sagen muss. Den Titel habe ich geändert, da er doch zu offensicht auf den Inhalt hingewiesen hatte und ich mich abgrenzen wollte.

 

2010 war für mich ein schwarzes Jahr, obwohl mir eigentlich doch viel Gutes passiert ist. Ich konnte aus einer langen Beziehung endlich ausbrechen, habe den Schmerz, die Wut und die Trauer überwunden und habe Mitte des Jahres bei meinem jetzigen Arbeitsgeber angefangen, dem ich es drei Jahre später zu verdanken habe, dass ich ins wunderschöne Rosenheim ziehen durfte.

Das Ende der Beziehung hat die Geschichte stark geprägt. Ich hatte mir nicht mal ein Grundkonzept über den Inhalt gemacht. Vielmehr habe ich einfach immer geschrieben und geschrieben. Sophia, bin ich, so wie ich sein wollte. Tom war der Mann, den ich mir an meiner Seite gewünscht habe. Ben war der, den ich ein Stückweit im realen Leben hatte oder den, den ich gerne gesehen hätte.

Einigen Menschen, die mir in den Jahren begegnet sind und mich nach der Geschichte gefragt haben, habe ich gesagt, dass sie so viel über mich selbst erfahren werden, wenn sie es gelesen haben. Und dennoch ist es eine fiktive Welt, die ich aufgebaut habe.

 

Heute weiß ich, dass ich meine Gedanken und Gefühle am besten mit Worten ausdrücken kann. Somit lasse ich Andere an allem, was ich bildlich sehe – auch vor dem geistigen Auge – und was ich fühle daran teilhaben und ich weiß, dass sie es genauso empfinden oder sich vorstellen, wie ich es ebenfalls tue.

Auch wenn Freunde mir ihre Lebens- und Leidensgeschichten erzählen, kann ich ihnen mit meiner bildlichen Aussprache die Dinge erklären und kann ihnen helfen vielleicht andere Sichtweisen zu überdenken. In meinem Blog Marion's World (zufinden unter Blogcity) lasse ich alles raus, was sich in meinem Kopf angesammelt hat. Sophia, meine Seele, spricht dort über alles, was sie einfach bewegt.

 

Warum ich also schreibe: Weil es für mich eine Art Therapie ist; weil ich weiß, dass nicht nur ich mich manchmal in eine andere Welt wünsche; weil ich Menschen berühren, helfen und ihnen eine Freude machen möchte; weil ich manchmal einfach was mit meinem Worten sagen muss und damit einen kleinen Grat an Unterhaltung bieten kann; und weil dann die Welt nicht mehr so grau ist.

 

Ich schreibe, weil ich es als meine persönliche Bestimmung sehe und für mein eigentliches Talent halte.